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Agnes Larcher

Agnes Larcher: (hkp) Aufhebens um sich hat sie nie gemacht, ihre stille Art konnte aber äußerst wirkungsvoll sein: Agnes Larcher, 1937 als viertes der 13 Kinder der Taglöhnerfamilie Hinterlechner in Mühlbach geboren, aufgewachsen auf einem gepachteten Bergbauernhof in Meransen, löste 1973 einen Schulskandal in Tirol aus: Sie wurde entlassen, weil sie – in Absprache mit den Eltern – die Themen Behinderung und sexueller Missbrauch im Unterricht behandeln wollte. Eine Solidaritätswelle zwang die Behörde dazu, ihr eine neue Anstellung zu verschaffen. Die zur Magd bestimmte und durch Glück zum Studium gekommene Agnes Hinterlechner, verheiratet mit dem Tiroler Anglisten und Erziehungswissenschaftler Dietmar Larcher, hat teils autonom, teils mit ihrem Mann Forschungs- und Lehraufträge in Italien, den USA, im Iran und in Ex-Jugoslawien durchgeführt. Bei Alpha Beta veröffentlichte das Paar den Band „Interkulturelle Neugier“ mit Klogeschichten aus aller Welt als Gustostückerl. Ihr letztes Buch war die Aufarbeitung der Geschichte eines Hauses in der Ybbsstraße in Wien, wohin sich das Ehepaar zurückgezogen hatte: Es erzählt die Geschichte der 40 jüdischen Mitbewohner, die plötzlich verschwunden waren. Die ganze Straße fühlte sich durch das Buch angeregt, über das verdrängte Kapitel nachzudenken, am Haus wurde eine Erinnerungstafel angebracht. Beim Einweihungsfest im Mai war die Autorin schon so krank, dass eine Enkelin für sie aus dem Buch las. Agnes Larcher verstarb am vergangenen Freitag.
aus FF Das Südtiroler Wochenmagazin 39 vom 27. September 2012

Agnes Larcher
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26/03/2016 00:00:00 - salto.bz
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